Nachhaltige Beschaffung – sozialer, ökologischer und ökonomischer Einkauf

Nachhaltige Beschaffung bezieht grundlegende ökologische, ökonomische und soziale Standards in den Einkauf von Unternehmen mit ein.

07. Juli 2021 | Blog

Schon seit es Unternehmen gibt, waren Einkaufsabteilungen dazu angehalten, Bedarfe zu möglichst geringen Kosten zu beschaffen. Seit einigen Jahren spielt auch das Prinzip der Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle in modernen Einkaufsstrategien. Beschaffungsorganisationen müssen daher den Spagat zwischen Budget, Preis und Nachhaltigkeit schaffen.

 

Was ist nachhaltige Beschaffung?

Nachhaltige Beschaffung berücksichtigt die Grundsätze der Corporate Social Responsibility (CSR) in allen Einkaufsentscheidungen und -prozessen.

Unter Corporate Social Responsibility (CSR) ist die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen im Sinne eines nachhaltigen Wirtschaftens zu verstehen. In der Praxis verwenden viele Unternehmen die Begriffe CSR und Nachhaltigkeit weitgehend synonym. Dabei umfasst CSR bzw. Nachhaltigkeit soziale, ökologische und ökonomische Aspekte. Konkret geht es beispielsweise um den sparsamen Einsatz von natürlichen Ressourcen, Schutz von Klima und Umwelt, Fair Trade oder Verantwortung in der Lieferkette.

In der ökologischen Dimension spielt vor allem Klimaneutralität eine große Rolle. In diesem Zusammenhang liefert das Greenhouse Gas Protocol eine wichtige Reihe an Standards zur Bilanzierung von Treibhausgasemissionen und dem zugehörigen Berichtswesen für Unternehmen. Das GHG Protocol gilt als der verbreitetste Standard zur Erstellung von Treibhausgasbilanzen. GHG Protocol-Standards unterscheiden drei Bereiche, sogenannte Scopes, denen Emissionen zugeordnet werden können:

  • Scope 1 beinhaltet alle direkten Emissionen d. h. Treibhausgase, die in der Organisation emittiert werden.
  • Scope 2 beinhaltet die indirekten Emissionen, die an anderer Stelle entstehen und über Energien und Betriebs­mittel wie Strom, Wärme, Druckluft oder Kühlung importiert werden.
  • Scope 3 beinhaltet Treibhausgase, die außerhalb der Organisations­­grenzen und Scope 2 auftreten. Dazu gehören die aus der Herstellung, Transport eingekaufter Güter oder Verteilung und Nutzung der eigenen Produkte oder der Entsorgung von Abfällen. Auch Emissionen aufgrund von Geschäftsreisen gehören hierzu.

Um der Wichtigkeit von CSR, insbesondere in der sozialen Dimension, Nachdruck zu verleihen, soll in Deutschland das Lieferkettengesetz eingeführt werden. Dies macht die Gesichtspunkte der CSR rechtlich verbindlich. Unternehmen, die im Ausland einkaufen oder produzieren, müssen damit in allen Phasen ihrer Lieferkette auf die Einhaltung der Menschenrechte achten.

 

Chancen erkennen, Möglichkeiten nutzen: Die Vorteile der nachhaltigen Beschaffung

Das Thema Sustainability bringt zunächst vermeintlich Aufwand mit sich. Die Umsetzung von CSR ist nicht immer leicht und muss in vielen Unternehmen erst noch verankert werden. Doch gibt es neben den sozialverantwortlichen Aspekten auch wirtschaftliche Gründe, Nachhaltigkeit im Einkauf zu manifestieren?

Wird Nachhaltigkeit im Einkauf berücksichtigt und einbezogen, kann das vielschichtige Vorteile für Unternehmen haben:

  • Verbesserung der Ressourceneffizienz: Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz
  • Einhaltung von sozialen Standards und arbeitsrechtlich korrekten Bedingungen
  • Steigerung der externen Wahrnehmung von Unternehmen
  • Differenzierung vom Wettbewerb und damit potenzielle Umsatzsteigerung
  • Erleichterter Zugang zu Kapital

 

Nachhaltige Beschaffung mit E-Procurement

Nachhaltige Beschaffung bezieht grundlegende ökologische, ökonomische und soziale Standards in den Einkauf von Unternehmen mit ein. Die Grundlage hierfür bildet ein gut strukturiertes Lieferantenmanagement. Für ein optimales Supplier Management wiederum eignen sich digitale Tools, die es ermöglichen, zielgerichtete Entscheidungen hinsichtlich der Qualifizierung, Bewertung, Entwicklung und letztendlich der Auswahl von Lieferanten zu treffen.

Ein digitales Lieferantenmanagement via E-Procurement ermöglicht beispielsweise eine Lieferantenselbstauskunft, Stammdatenabfragen, regelmäßige Lieferantenumfragen oder ein automatisiertes Scoring auf Basis der Vorqualifizierung. Diese Funktionalitäten bieten Einkaufsorganisationen die Möglichkeit, faktenbasierte Entscheidungen bezüglich Suppliern zu treffen und die nachhaltige Beschaffung konkret umzusetzen.

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